2. REload Status „Zukunft Rhein-Erft-Kreis 2030“

„Das große Interesse hat uns gefreut und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagt Thomas Kuhls, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Rhein-Erft, über die rund 160 Besucher der 2. REload Status-Konferenz „Zukunft Rhein-Erft-Kreis 2030“. 

Den Blick in die Zukunft zu richten und den Kreis auch künftig wirtschaftlich attraktiv und handlungsfähig zu gestalten, heißt sich mit Themen wie Digitalisierung, Demographischem Wandel, Fachkräfteengpass und Innovationen auseinanderzusetzen.

Landrat Michael Kreuzberg, Mitglied der Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung weiß um die Herausforderungen im Rheinischen Revier im Zuge des Strukturwandels. „Die Wende kommt schneller und wir müssen vorbereitet sein“, sagt Kreuzberg und fordert, dass vor dem Kohleausstieg erst neue Arbeitsplätze geschaffen werden müssen. „Hoffentlich haben wir auch die Zeit das zu tun“, bemerkt er weiter. Ideen, wie der Rhein-Erft-Kreis im Jahre 2030 aussehen soll und wo die Arbeitsplätze herkommen können, gebe es auf jeden Fall reichlich. Zentral seien dabei Investitionen in Bildung und Ausbildung von jungen Menschen. Fachkräfte für neue, in die Zukunft gerichtete Berufe müssten auch im Kreis ausgebildet werden können. Ein erster Schritt dazu sei die Ansiedlung eines neuen Campus der TH Köln auf dem Gebiet des Kreises. Forschungszentren, die Energiespeicher, wie beispielsweise Batterien für Elektroautos, entwickeln, passten gut in die Region, so Kreuzberg. Konkurrenten für das Vorhaben gebe es aber in Mitteldeutschland oder im Osten. „Der Rhein-Erft-Kreis verfügt jedoch schon über eine Reihe Unternehmen, die das Ganze auch umsetzen können, so dass wir schnell liefern können“, erläutert Kreuzberg weiter.

Zukunftsmanager Dr. Pero Mićić fragt in seinem Vortrag „Wovon leben Sie morgen?“. Er macht uns Mut Visionen für die Zukunft zu entwickeln. Was auf Unternehmen und Gesellschaft zukommt, welche Wege wir mit Künstlicher Intelligenz beschreiten können und welche Rolle der Mensch dabei spielt, führt er uns eindrucksvoll vor Augen.

Die Berufsbilder der Zukunft haben sich stark verändert. Um Fachkräfteengpässen in technisch-naturwissenschaftlichen Berufen zu begegnen, sei es besonders wichtig Jugendliche für diese zukunftsfähigen Berufe zu begeistern, sind sich Rainer Imkamp, Agentur für Arbeit Brühl, und die Wirtschaftsförderung Rhein-Erft einig. Besonders über MINT-Berufe zu informieren, ist die Intention der zweiten Auflage des Schülerwettbewerbs ScienceTube Rhein-Erft, der in Kürze starten wird. 

Gemeinsam mit verschiedenen Akteuren, Unternehmen und Institutionen im Rhein-Erft-Kreis wurden bereits konkrete Projekte angestoßen und (weiter-) entwickelt. Kurt Vetten von der SME Management GmbH in Elsdorf erläutert eine zentrale Herausforderung im Hinblick auf die sichere, konstante und gleichmäßige Versorgung mit elektrischem Strom im Kontext der Energiewende. Die wenigen konventionellen Kraftwerksstandorte werden zunehmend durch zahlreiche dezentrale Windkraft- und Solaranlagen abgelöst. Diese speisen allerdings den Strom schwankend in die Netze ein, was zu hohen Kosten für Industrie und Endverbraucher führen kann. Die Lösung liegt in einer regionalen Steuerungsinstanz.

Auch im Handwerk ist die Digitalisierung längst angekommen und die Entwicklung eines Digitalportals für das Handwerk ist in Arbeit. Christoph Krause (Kompetenzzentrum Digitales Handwerk, Koblenz) und Bastian Lublinsky (Lublinsky Stahl- und Feinstahlbau, Brühl) erklären an Alltagsbeispielen wie es funktionieren soll und welche Vorteile es für Handwerksbetriebe und Kunden hat.

Eine Zukunftsvision für einen neuen Stadtteil in Bedburg hat auch Bürgermeister Sascha Solbach. Die Verwendung nachhaltiger Werkstoffe, autonomes Fahren, eine autarke Energieversorgung sowie der Bau einer „autonomen Grundschule der Zukunft“ sind geplant. In Elsdorf hingegen sucht Bürgermeister Andreas Heller nach Lösungen um mit der knappen Fläche die Zukunft zu gestalten. Ein moderneres Planungsrecht und schnellere Verfahren wünschen sich beide Bürgermeister. Einig sind sie sich darin, dass nur im Zusammenschluss der einzelnen Städte bzw. der gesamten Region die Probleme gelöst werden können.

Vier Unternehmen im Kreis haben sich im letzten Jahr besonders für die Zukunft des Kreises eingesetzt und sind mit dem REload Award 2018 ausgezeichnet worden. Die Preisträger sind: Dr. Stefan Holzporz (BM.CULTURA GmbH), Michael Humann (BusinessCenter Frechen), Kurt Vetten (SME Management GmbH) und Nina Reiter (Bernd Reiter Gruppe). „Sie haben durch ihr Querdenken und Antreiben innovative und zukunftsorientierte Projekte auf den Weg gebracht“, beschreibt Thomas Kuhls die verdienten Preisträger.

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