Preisverleihung Sonderpreis Handwerk
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WFG stellt vor: Wolkenlos setzt mit preisgekröntem azubigeführtem Salon neue Impulse

Sabrina Degen wollte etwas gegen den Fachkräftemangel im Friseurhandwerk tun und bekam für ihr Konzept am 19. November 2025 den „Sonderpreis Handwerk“ der Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft. Wir wollen wissen, wie der Weg bisher verlaufen ist und wie sie die Preisverleihung erlebt hat.

WFG: Wie beschreiben Sie die aktuelle Situation Ihres Unternehmens?
Mein Unternehmen Wolkenlos Friseur & Kosmetik, das ich seit 22 Jahren führe, beschäftigt aktuell 12 Mitarbeiterinnen, davon vier Auszubildende. Wir sind ein familiäres, eingespieltes Team und legen großen Wert auf Qualität, Authentizität und echte Leidenschaft für unser Handwerk. Mit der Eröffnung von Wolkenlos – azubigeführt zum 01.06.2025 haben wir unser Konzept erweitert und einen wichtigen Schritt in Richtung Nachwuchsförderung gemacht.

WFG: Wie kam es zu der Idee eines azubigeführten Salons?
Im Sommer 2024 wollte ich endlich wieder ausbilden. In den Jahren zuvor war das schwierig – entweder haben wir keine geeigneten Bewerber gefunden oder es gab kaum Bewerbungen. Angesichts des drohenden Fachkräftemangels im Friseurhandwerk ist mir dann die Idee eines azubigeführten Salons gekommen. Ich wollte meinen absoluten Lieblingsberuf für junge Menschen wieder attraktiver machen und motivierte Nachwuchskräfte gewinnen.
Als ich erfuhr, dass das Nachbarladenlokal frei wird, habe ich die Chance genutzt und konnte dort unseren Azubi-Salon eröffnen. Die Auszubildenden leiten den Salon ab dem zweiten Lehrjahr selbstständig: Sie führen Dienstleistungen eigenständig aus, buchen Termine und kümmern sich um Bestellungen. Unterstützt werden sie dabei von einer Meisterin oder Ausbilderin, die immer im Salon anwesend ist, eigene Kundinnen betreut und jederzeit mit Rat und Tat zur Seite steht.

WFG: Woher kam die Motivation, ein solches Konzept umzusetzen?
Meine Motivation war es, junge Menschen für unser Handwerk zu begeistern. Ich wollte zeigen, wie vielseitig, kreativ und erfüllend dieser Beruf sein kann. Gleichzeitig möchte ich vermitteln, wie wir – fast alle Mütter – es schaffen, unseren familiären Alltag mit unserem Herzensberuf zu verbinden. Mit Liebe, Fleiß und Organisation ist beides möglich. Genau diese Werte geben wir auch an unsere Auszubildenden weiter.

WFG: Wie sind Sie gestartet und wie ist der Name entstanden?
Den Namen „Wolkenlos“ gibt es schon sehr lange. Für mich steht er für schönes Wetter, beste Laune und Entspannung. Genau so dürfen unsere Kundinnen und Kunden uns erleben: nicht aufgesetzt, sondern echt und authentisch. Bei uns gibt es keine durchgestylten Mitarbeiter, sondern gepflegte Friseure, die ihr Handwerk mit Perfektion und viel Liebe ausführen.
Der Azubi-Salon ist sehr gemütlich eingerichtet, mit echter Wohnzimmeratmosphäre. Viele Einrichtungsgegenstände stammen aus Salonauflösungen über Kleinanzeigen oder aus Online-Möbelhäusern. Vieles haben wir in Eigenleistung umgesetzt – gemeinsam mit meiner Familie und meinem Team. So konnten wir die Kosten überschaubar halten.

WFG: Wo lag die größte Herausforderung?
Die größte Herausforderung war definitiv die Finanzierung. Einen kompletten Salon neu auszustatten, ist natürlich mit hohen Kosten verbunden. Durch viel Eigenleistung, Unterstützung meiner Familie und Mitarbeiterinnen sowie kreative Lösungen bei der Einrichtung konnten wir das Projekt aber wirtschaftlich realisieren. Zusätzlich erhalte ich bis Ende 2026 einen Mietzuschuss über das Förderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Ortszentren (ZIO)“ des Landes NRW, dank der Wirtschaftsförderung der Stadt Brühl – die Stadt hat mein Vorhaben sehr unterstützt.

WFG: Wo haben Sie die meiste Unterstützung erfahren?
Die wichtigste Unterstützung kam von meiner Familie und meinen Freunden. Ohne diese unbürokratische Hilfe – sei es handwerklich oder bei der Kinderbetreuung unserer vier Kinder im Alter von drei bis 13 Jahren – hätte ich dieses Projekt nicht umsetzen können. Auch mein Team hat großartig mitgezogen. Es ist echte Teamarbeit.

WFG: Welche Bedeutung hat für Sie der Gewinn des Sonderpreises Handwerk?
Der Gewinn des Sonderpreises Handwerk hat mir unglaublich viel bedeutet. Ich hätte nicht damit gerechnet – umso größer war die Freude. Mir ist es wichtig, meine Idee der Nachwuchsförderung bekannter zu machen und vielleicht auch andere zur Nachahmung zu inspirieren.
Ich habe die Preisverleihung in den sozialen Netzwerken geteilt, wurde bei Radio Erft erwähnt und sogar der Brühler Bürgermeister kam persönlich zur Gratulation vorbei – auch das wurde öffentlich aufgegriffen. Allein diese Aufmerksamkeit hat sich schon gelohnt.
Das Preisgeld haben wir übrigens in eine üppige Weihnachtsfeier investiert. Denn der Erfolg ist nicht mein alleiniger Verdienst, sondern das Ergebnis echter Teamarbeit.

 

 

 

 

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