WFG stellt vor: Lüft+Premergency
Mit Premergency, der Idee, die Bedarfsplanung von Feuerwehr und Rettungsdienst zu digitalisieren, haben Katja und Alexander Nichau den EXISTENZGRÜNDUNGSPREIS RHEIN-ERFT-KREIS 2025 gewonnen. Mit ihrer innovativen Geschäftsidee überzeugten sie Jury und Publikum.
Premergency setzt auf Künstliche Intelligenz und Machine Learning, um Einsatz- und Gebäudedaten automatisiert auszuwerten und die Bedarfsplanung deutlich schneller und effizienter zu machen.
In unserer Reihe „Wir stellen Unternehmen vor“ sprechen wir mit Dr. Alexander Nichau über die Entstehung der Idee, den Weg von der Gründung bis zur Umsetzung und darüber, wie Premergency die Planung für Feuerwehr und Rettungsdienst verändern möchte.
Wie beschreiben Sie die aktuelle Situation des Unternehmens? Ist die Software bereits im Einsatz?
Ja, die Software ist bereits bei rund einem Dutzend Behörden im Einsatz. Darüber hinaus bei einem Bundesland in Österreich und einer der größten Werkfeuerwehren in Deutschland
Wie kam es zu der Idee?
2004 suchte ich nach einem Weg, die Mathematik-Vorlesungen an der Uni mit praktischen Problemen zu verbinden. Da kam meine Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr gerade recht. Seitdem befasse ich mich gemeinsam mit meinen Kollegen bei Lülf+ Sicherheitsberatung mit der Digitalisierung von Planung und Durchführung der Gefahrenabwehr. Also mit Feuerwehr und Rettungsdiensten.
Und woher kam die Motivation ein eigenes Unternehmen zu gründen?
Premergency ist ein Vollzeitjob. Schnell war klar, dass kein Unternehmen dies fördern würde und Investoren hatten wenig Interesse, den Bereich B2G - also den Verkauf an Behörden - zu finanzieren. Das ändert sich gerade erst mit der Zeitenwende. Daher wollten wir schnell auf eigenen Beinen stehen und eigene finanzielle Mittel für die Idee erwirtschaften.
Wie sind Sie gestartet und wie ist der Namen entstanden?
Ich kann mich gar nicht mehr an den Start erinnern, weil es so lange her ist. Es scheint so, als ob der Name schon immer zu uns gehört hat. Die Mission ist auf jeden Fall geblieben: Alle Gefahren zu verhindern, die vorab im Bereich Feuerwehr und Rettungsdienst ausgeschlossen werden können. Ein Beispiel: Wenn ich weiß, wie meine gesetzliche Hilfsfrist ist und wo die meisten Unglücke im Radius geschehen, dann kann ich meine Standorte und Dienste so planen, dass möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern geholfen wird. Das reduziert auch die Kosten, weil weniger Standorte gebraucht werden.
Wo liegt für Sie die größte Herausforderung?
Die größte Herausforderung liegt derzeit in den langen Vertriebszyklen. Das Interesse muss erstmal in rechtsgültige Vergabeverfahren und in Budgetierungen umgewandelt werden. Vom ersten Kennenlernen über Interesse bis zu einem Vertrag können somit schonmal 18 bis 24 Monate vergehen.
Wo haben Sie bisher die meiste Unterstützung erfahren?
Definitiv bei der Wirtschaftsförderung Rhein-Erft und bei START HÜRTH. Dort haben wir von Anfang an viel Unterstützung erfahren. Alle waren stets hilfsbereit, offen für unsere Fragen und interessiert daran, gemeinsam mit uns den nächsten Meilenstein zu erreichen.
Bei den Feuerwehren und Rettungsdienst im Rhein-Erft-Kreis gilt hingegen wie so oft: Der Prophet im eigenen Land…
Manchmal braucht es den Blick von außen, damit eine gute Idee auch vor der eigenen Haustür wahrgenommen wird. In Österreich und Schleswig-Holstein jedenfalls stoßen wir mit unserem Ansatz bereits auf großes Interesse. Und das sind ja schließlich auch schöne Orte.
Was hat Ihnen der Gewinn des „EXISTENZGRÜNDUNGSPREIS RHEIN-ERFT-KREIS 2025“ gebracht?
Der Gewinn hat uns vor allem dabei geholfen, unsere Kontakte zur Politik weiter auszubauen. Viele Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sind seitdem gesprächsbereiter. Schließlich stehen sie täglich vor der Herausforderung, die Anforderungen der Daseinsvorsorge mit den Kosten der Gefahrenabwehr in Einklang zu bringen.
Genau dabei kann unsere Lösung unterstützen: Mit quantitativen Was-wäre-wenn-Analysen lassen sich verschiedene Szenarien konkret durchspielen und fundierte Entscheidungen treffen. Das macht die Gespräche deutlich greifbarer und hilft, den Mehrwert unserer Lösung verständlich zu vermitteln.

